Zur Semiotik des ländlichen Raums - Eine Fallstudie aus Nordwestdeutschland

Gertrud Reershemius
12.09.2018, 11.00 Uhr-11.20 Uhr, S06 XX, Symposium II

Die gegenwärtige Forschung im Bereich der ‘linguistic’ bzw.’semiotic landscapes’ legt einen klaren Schwerpunkt auf Sprache im öffentlichen Raum der urbanen Zentren in einer globalisierten Welt. Dies hat zur Folge, dass einige Wissenschaftler den Terminus ‘City Scape’ bevorzugen, wenn sie ihr Forschungsgebiet beschreiben. Globalisierung hinterlässt jedoch auch linguistische bzw. semiotische Spuren in ländlichen Räumen, wenn auch in anderen Formen, wie dieser Vortrag am Beispiel einer Fallstudie zeigen will.

Die Fallstudie basiert auf einer Datenerhebung in Ostfriesland in Nordwestdeutschland, durchgeführt in neunzehn Dörfern, in denen nach wie vor Niederdeutsch gesprochen wird. Einen Schwerpunkt der Untersuchung bildet die Frage, welche Diskurskonstellationen sich im öffentlichen Raum zeigen und wie die Regionalsprache darin repräsentiert wird. Die Analyse zeigt, wie Diskurse, die das kulturelle Erbe beschwören, gleichzeitig mit Kommodifizierung und Widerstand gegen Kommodifizierung verbunden sein können.