Visualisierung von sprachlichen Daten im Rahmen von diskurslinguistischen Untersuchungen

Attila Mészáros
12.09.2018, 09.45 Uhr-10.30 Uhr, S06 XX, Symposium V

Diskurse entstehen im öffentlichen Sprachgebrauch; linguistische Diskursanalysen sind demnach auf die Ermittlung derjenigen sprachlichen Mittel gerichtet, die je nach Forschungsinteresse eine gesellschaftliche Relevanz markieren. Im Sinne des DIMEAN-Modells (Warnke/Spitzmüller 2008) bzw. dessen weiteren Varianten (Spieß 2011) erfolgen diese Untersuchungen auf mehreren Ebenen, u.a. in Bezug auf den Wortschatz, die Argumentationsmuster sowie auf die handelnden Personen, d.h. die Akteure. Während durch die Auswahl eines entsprechenden Instrumentariums der jeweilige Forscher anhand des aufgesammelten Sprachmaterials mittels qualitativer und quantitativer Analysen unterschiedliche Dimensionen von Diskursen untersuchen kann, die so gewonnenen Ergebnisse bleiben meist innerhalb des eigenen Fachbereiches, d.h. diese werden darüber hinaus eher selten kommuniziert. So entsteht eine Diskrepanz, dass die Öffentlichkeit, die durch den Sprachgebrauch hier untersucht wird, über die "eigenständig" hergestellten Diskurse kaum Rückschlüsse bekommt. Das gilt insbesondere im Falle, wo der Forscher auch eine kritische Haltung gegenüber dem Sprachgebrauch bzw. der Öffentlichkeit einnehmen will. Der Grund dafür liegt wohl auch darin, dass vor allem komplexe linguistische Untersuchungen für das laienhafte Publikum nicht einmal nur schwierig verständlich gemacht werden können. Da es sich bei den Ergebnissen häufig größere Mengen von numerischen Daten handelt, muss der Forscher selbst in der fachinternen Kommunikation die entsprechenden Kanäle finden, um diese Daten adäquat zu präsentieren. Ist das Zielpublikum das Laientum, dann ist eine stärkere Reduzierung von komplexen Inhalten gefragt und gerade dabei können die verschiedenen Formen der Visualisierung viel leisten (Ballstaedt 1997).

In dem Beitrag wird auf die Frage eingegangen, wie komplexe sprachliche Daten vor dem Hintergrund der Diskurslinguistik außerhalb des Faches visualisiert werden. Es wird dabei einerseits anhand einiger ausgewählten Arbeiten ermittelt, welche Visualisierungstechniken eingesetzt werden können. Auf der anderen Seite werden konkrete Verfahren am Beispiel einer sprachkontrastiven Analyse der Flüchtlingsdebatte präsentiert.