Verständlichkeit von Lehrvideos auf YouTube

Alexandra Ebel
13.09.2018, Poster-Session

Die Videoplattform YouTube ist zum Inbegriff für Video im Internet geworden. YouTube ist das Paradebeispiel für den Wandel der medialen Landschaft: Es hebt die Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten auf und befeuert die aufstrebenden Beziehungen zwischen sozialen und ökonomischen Interessen (Burgess/Green 2009, 90). Rezipient*innen wollen selbst entscheiden, welche Inhalte sie wann und wo konsumieren und sie wollen sich einbringen und mitgestalten (de Buhr/Tweraser 2010, 81).

Längst dient das Portal nicht mehr nur zur Unterhaltung seiner Nutzer, sondern stellt auch wissensvermittelnde Inhalte zur Verfügung. Gründe, die hauptsächlich für das Lernen mit YouTube sprechen, sind Unabhängigkeit von Ort und Zeit, eine breite Themenvielfalt sowie die multisensorische Darstellung der Inhalte. Verschiedene Studien bestätigen, dass der Einfluss YouTubes zunimmt. Sowohl in der JIM- als auch der KIM-Studie wurde deutlich, dass Kinder und Jugendliche „heute wie nie zuvor in einer mediatisierten, digitalen Gesellschaft auf[wachsen].“ (Feierabend et al. 2016, 586). Vor allem Kinder ab zehn Jahren sehen mindestens einmal pro Woche Videos zu Schulthemen (Feierabend et al. 2017, 214).

Allerdings sind mit dem Nutzen von Onlinevideos im Lehr-Lern-Kontext auch Risiken verbunden. YouTube funktioniert, ebenso wie andere Social Media Plattformen, nach eigenen Regeln, die man als Lehrende*r und/oder Wissenschaftler*in kennen und mit denen man sich auseinandersetzen muss.

Da mittlerweile auch in den Fachdidaktiken verschiedener Disziplinen ein Interesse an YouTube-Videos aufkommt, wächst der Wunsch nach Anhaltspunkten, wie das nutzerseitige Verständnis des präsentierten Wissens sichergestellt werden kann. Bislang ist das Genre der Wissens- und Wissenschaftsvideos auf YouTube allerdings noch wenig erforscht (vgl. dazu u. a. Körkel/Hoppenhaus 2016, 11; Welbourne/Grant 2016, 707).

Das Forschungsprojekt zur Verständlichkeit von Lehrvideos auf YouTube untersucht an Videos zu verschiedenen schulisch und/oder universitär relevanten Themen, welche Merkmale verständnissichernd wirken können, insbesondere mit Blick auf die Spezifika der Plattform.

 

Literatur
de Buhr, Thomas/Tweraser, Stefan (2010): My Time is Prime Time. In: Beißwenger, Achim (Hg.): YouTube und seine Kinder. Wie Online-Video, Web TV und Social Media die Kommunikation von Marken, Medien und Menschen revolutionieren. Baden-Baden: Nomos, 69–91.

Burgess, Jean/Green, Joshua (2009): The Entrepreneurial Vlogger: Participatory Culture Beyond the Professional-Amateur Divide. In: Snickars, Pelle/Vonderau, Patrick (Hg.): The YouTube Reader. Stockholm: National Library of Sweden, 89–107.

Feierabend, Sabine/Plankenhorn, Theresa/Rathgeb, Thomas (2016): Jugend, Information, Multimedia. Ergebnisse der JIM-Studie 2016. In: Media Perspektiven (12), 586–597.

Feierabend, Sabine/Plankenhorn, Theresa/Rathgeb, Thomas (2017): Kindheit, Internet und Medien. Ergebniss der KIM-Studie 2016. In: Media Perspektiven (4), 206–215.

Körkel, Thilo/Hoppenhaus, Kerstin (2016): Über Web, Video und Wissenschaft. In: Körkel, Thilo/Hoppenhaus, Kerstin (Hg.): Web Video Wissenschaft. play science. Ohne Bewegtbild läuft nichts mehr im Netz: Wie Wissenschaftsvideos das Publikum erobern. Heidelberg: Spektrum der Wissenschaft, o. S.

Welbourne, Dustin J./Grant, Will J. (2016): Science communication on YouTube: Factors that affect channel and video popularity. In: Public understanding of science (Bristol, England) 25 (6), 706–718.