Sprachlandschaften in der öffentlichen Wahrnehmung

Claus Ehrhardt
12.09.2018, 09.45 Uhr-10.05 Uhr, S06 XX, Symposium II

Sprachlandschaften - oder zumindest einzelne Elemente davon – werden immer wieder zum Gegenstand öffentlicher Debatten. Beispiele dafür wären etwa

  • die Benennung oder Umbenennung von Straßen, Gebäuden bzw. Kasernen,
  • die Frage, ob Beschriftungen in der Landessprache obligatorisch sein sollten oder ob es auch möglich sein sollte, Moscheen, Geschäfte oder andere Einrichtungen nur in Migrantensprachen zu beschriften,
  • das Anbringen von Erinnerungsbeschriftungen wie Stolpersteine oder
  • der Umgang mit Graffiti oder anderen transgressiven Zeichen.

Der vorgeschlagene Beitrag möchte beispielhaft einige dieser öffentlichen Debatten aufgreifen und diskurslinguistisch untersuchen. Das Ziel liegt darin, einen Begriff von Sprachlandschaft zu rekonstruieren, der öffentlichen Diskursen zugrunde liegt. Konkreter gefasst lautet die zentrale Frage, was Sprachbenutzer unter Sprachlandschaften verstehen und was sie von der sprachlichen Gestaltung öffentlicher Interaktionsräume erwarten. Letztlich wird es also um eine Art laienlinguistischen Begriff von Sprachlandschaft gehen.

In der Tradition der Erforschung von Linguistic Landscapes kann dafür an die Tradition angeknüpft werden, die in der zeichenhaften Gestaltung öffentlicher Räume einen Beitrag zur Konstituierung des kollektiven Gedächtnisses und der Selbstreflexion von Gesellschaften sieht.