Radiomoderationen als Schnittstelle von Senderidentität und Hörerbindung

Clara Luise Finke
13.09.2018, 11.00 Uhr-11.45 Uhr, S06 XX, Symposium VI

Radiomoderationen tragen mit ihrer strukturierenden, interpretierenden und parasozialen Funktion zur Anmutung eines Senders bei. Sie sind Teil der Senderidentität im Sinne einer Formatierung, die auf eine spezifische Zielgruppe hin konzipiert und gestaltet ist. Nicht nur das Musikformat, sondern auch die Inszenierung von Moderatorinnen- und Moderatoren-Personalities und -Konstellationen sowie die Ausgestaltung der Moderationen (Inhalte, Moderationsstil, Interaktionen etc.) sind daraufhin geplant, das Selbstbild des Senders zu transportieren und die angezielte Hörerschaft zu erreichen. Insbesondere in den Moderationen der Morgensendungen, die zur reichweitenstärksten Sendezeit laufen, soll die Anmutung des Senders für die Rezipientinnen und Rezipienten besonders deutlich gemacht werden.

Für die Analyse der sprechsprachlichen Gesamtheit einer Senderidentität stellt sich die Frage, welche Aspekte überhaupt für die Beschreibung von Anmutung relevant sind und wie sie sich methodisch greifen lassen. Diese Frage ist Bestandteil einer aktuellen Untersuchung zu Radiomoderationen der Primetime im deutschsprachigen Raum. Im Vortrag werden ausgewählte Ergebnisse der Untersuchung unter folgenden Blickpunkten präsentiert:

  • Welche Aspekte wurden als zentrale Bestandteile der Analyse von Senderidentität in Radiomoderationen eruiert?
  • Wie sind die Moderationen gestaltet, um die Senderidentität zu transportieren und eine Hörerbindung zu erreichen?
  • Welche zielgruppenspezifischen Vorstellungen seitens der Radiomacherinnen und -macher liegen den Moderationen zugrunde und welche Bedeutung hat das für das Radio als Alltagsmedium?