Multimodale Analyse metapragmatischer Positionierung in sozialen Medien. Ein exemplarischer Vergleich des deutsch- und französischen Körperdiskurses

Vanessa Münch
12.09.2018, 11.00 Uhr-11.45 Uhr, S06 XX, Symposium V

Soziale Positionierung ist eine Grundlage für Kommunikation, Aushandlung und Verfestigung zentraler Werte und Hierarchien. Sie ist zugleich ein Mittel der Strukturierung und Ordnung von Gesellschaft sowie der Konstitution sozialer Gruppen, zu denen sich die Diskursakteure zurechnen oder von denen sie sich abgrenzen können (vgl. Spitzmüller 2013, 282). Im Vortrag wird der Frage nachgegangen, wie sich Akteure durch eine bestimmte Sprachwahl oder multimodale Darstellungsweise positionieren bzw. positioniert werden. Der Vortrag basiert auf einer Untersuchung, in der zum deutsch-französischen Vergleich sowohl die Praxis als auch die Praktik der sozialen Positionierung in den sozialen Medien (Blogs, Facebook, Instagram, Twitter) analysiert werden soll. Das Modell der metapragmatischen Positionierung nach Spitzmüller dient als Ausgangsbasis der Untersuchung und wird den Erkenntniszielen entsprechend mit Ansätzen aus anderen Disziplinen kombiniert.

Die multimodale Kommunikation in sozialen Medien gewinnt zunehmend an Bedeutung. Vor allem im Bereich der multimodalen Diskursanalyse ist das Zusammenwirken von Sprache und Bildern sowie die Verknüpfung der Makro- und Mikroebene bisher noch nicht ausreichend erforscht (vgl. Meier 2011, 501 f.; 527). Eine systematische multimodale Analyse metapragmatischer Positionierung in sozialen Medien wird deshalb als besonders vielversprechend angesehen.

Der Sprachvergleich bietet die Möglichkeit, etwas über kulturspezifische Sichtweisen in Form von kulturellen Gemeinsamkeiten und Unterschieden auf der Ebene der diskursiv erzeugten Weltbilder in Deutschland und Frankreich zu erfahren (vgl. Czachur 2011a: 149f.). Bei der interlingualen Diskursanalyse handelt es sich um ein relativ junges Forschungsfeld mit einer praktischen Relevanz in der Bewusstmachung und Sensibilisierung für das Fremde und das Eigene sowie in der Vermeidung von Generalisierungen und Stereotypen (vgl. Czachur 2011b: 21).

Im Vortrag wird das theoretische Konzept der metapragmatischen Positionierung präsentiert, für eine multimodale zweisprachige Analyse fruchtbar gemacht und am Beispiel der #MeToo-Debatte sowie der Kommunikation in Communities of Practice, genauer in Fitness-Communities, empirisch diskutiert.