"Mit dieser Welt gibt es keine Verständigung" - Sprache und Interaktionsformen lebensstilkritischer Bewegungen

Joachim Scharloth
13.09.2018, 09.45 Uhr-10.30 Uhr, S06 XX, Symposium VII

Lebensstilkritische soziale Bewegungen haben das Ziel, eine Gesellschaft radikal zu verändern und zwar nicht nur durch öffentliche Debatte und organisierten Protest, sondern auch durch eine Veränderung der eigenen Lebensweise. Die mit dem alternativen Lebensstil verbundene (alltags-)ästhetische Distinktion ist eine performative Vorwegnahme des utopischen Gegenentwurfs zur gegenwärtigen Gesellschaft und als solcher auf unterschiedlichen Ebenen mit ihrer institutionellen und rituellen Ordnung nicht vereinbar.

In meinem Vortrag möchte ich diskutieren, welche Folgen diese Unvereinbarkeit für die Kommunikation innerhalb lebensstilkritischer sozialer Bewegungen hat und wie sie sich auf die Kommunikation mit der Mehrheitsgesellschaft auswirkt. Ein besonderes Interesse soll dabei dem Wechselspiel von expressivem Protest und seiner massenmedialen Repräsentation vor dem Hintergrund der Resonanzkalküle der Akteurinnen und Akteure gelten. Als Beispiele sollen Kommunikationsereignisse der 68er-Bewegung und der Gegenwart dienen.