Keynote-Vorträge

Der GAL-Kongress wird drei Keynote-Vorträge umfassen, die wir Ihnen an dieser Stelle schon vor der Veröffentlichung des Tagungsprogramms vorstellen möchten. Die Ankündigung für die ersten beiden Vorträge liegt bereits vor, weitere Ankündigungen folgen in Kürze.

Keynote:
Mit Rechten sprechen


Vortragender: Thomas Niehr (RWTH Aachen)
Termin: Dienstag, 11. September 2018, 17.00 - 18.00 Uhr
Ort: Campus Essen, Gebäude S06

In der politischen Landschaft der Bundesrepublik Deutschland haben sich mit dem Erstarken rechtspopulistischer Strömungen neue Verhältnisse ergeben, und auch die (Polito-)Linguistik steht vor neuen Fragen:

  • Kann (und soll) ein Ausdruck wie Rechtspopulismus überhaupt als Terminus in der Linguistik verwendet werden – wiewohl er gleichzeitig als Stigmavokabel im politischen Meinungsstreit dient?
  • Was zeichnet rechtspopulistische Kommunikationsstrategien aus?
  • Und nicht zuletzt: Muss sich die Linguistik angesichts von Bedrohungen demokratischer Errungenschaften nicht auf ihre gesellschaftspolitische Pflicht besinnen und sich eindeutig gegen rechtspopulistische Strömungen positionieren?
  • Wie könnte eine solche Positionierung aussehen? Sollten LinguistInnen dazu das aufklärerische Gespräch mit Rechten suchen oder bedarf es anderer Methoden?

Auf diese und weitere Fragen will und kann der Vortrag keine abschließenden Antworten geben. Er versteht sich eher als (polito-)linguistische Selbsterkundung und als Angebot zur Diskussion.

Thomas Niehr

Keynote:
Mehrsprachigkeit Pro und Kontra: aktuelle Perspektiven und Erkenntnisse


Vortragende: Rita Franceschini (Freie Universität Bozen)
Termin: Donnerstag, 13. September 2018, 15.00 - 16.00 Uhr
Ort: Campus Essen, Gebäude S04

Ein Abstract zum Vortrag folgt in Bälde.

Keynote:
Sichtbare Mehrsprachigkeit im öffentlichen Raum des Ruhrgebiets: Vielfältige Heimat oder befremdliche Zumutung? Bilder, Fakten, Zahlen, Bewertungen und Meinungen


Vortragende: Evelyn Ziegler, Heinz Eickmans, Ulrich Schmitz, Haci-Halil Uslucan (Universität Duisburg-Essen)
Termin: Freitag, 14. September 2018, 9.00 - 10.45 Uhr
Ort: Lichtburg, Kettwiger Straße 36, Essen

In dem mehrjährigen interdisziplinären Forschungsprojekt Metropolenzeichen (gefördert von MERCUR) wurden alle öffentlich sichtbaren Zeichen (Schilder, Aufschriften, Werbung, Graffitis usw.) in acht ausgewählten Stadtteilen der Städte Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund vollständig dokumentiert. Die gut 25.000 Fotos wurden in eine Datenbank importiert, verschlagwortet und systematisch nach sprachwissenschaftlichen, integrationstheoretischen und stadtsoziologischen Gesichtspunkten analysiert. Außerdem wurden im Rahmen einer Telefonumfrage eintausend repräsentativ ausgewählte Bewohnerinnen und Bewohner unterschiedlicher Herkunft befragt, wie sie die Sichtbarkeit der verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Türkisch, Italienisch, Arabisch usw.) bewerten. Darüber hinaus wurden zahlreiche Tiefeninterviews mit Passanten, Einzelhändlern und Gastronomen sowie Vertretern öffentlicher Einrichtungen geführt.

In unserem reich bebilderten und allgemein verständlichen Vortrag mit anschließender Diskussion mit dem Publikum werden wir einige der interessantesten Ergebnisse vorstellen:

  • Wie ist der öffentliche Raum überhaupt mit Zeichen ausgestattet?
  • Gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Stadtteilen?
  • Wo sieht man welche Sprachen und warum?
  • Wie denkt die Bevölkerung darüber?
  • Was kann man verbessern?

Eingeladen sind Bürgerinnen und Bürger der Region, Schülerinnen und Schüler sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.