Förderung von Open-Access-Publikationen in den Geisteswissenschaften: Das BMBF-Projekt OGeSoMo

Dorothee Graf, Michael Beißwenger, Veronika Burovikhina, Katrin Falkenstein-Feldhoff & Natalie Leinweber
13.09.2018, Poster-Session

Das etablierte Publikationsmodell ist im Zuge der Digitalisierung und unter den Möglichkeiten von CC-Lizenzen im Wandel, Open Access als freier Zugang zu digitalen wissenschaftlichen Texten wird von Verlagen gegen Pauschalzahlung angeboten. Damit verschieben sich die Kosten von Bibliotheken und anderen KäuferInnen zu den AutorInnen, und die Frage, was öffentlicher Zugang zu öffentlich geförderter Forschung bedeutet, wird virulent.

Innerhalb der Wissenschaft zeigt sich eine Spaltung zwischen Nutzung und Produktion: Lehrende nutzen beim Verfassen von Fachpublikationen und in der akademischen Lehre umfangreich die nur über ihre Universitätsbibliotheken, also im closed access, zugänglichen E-Books und Angebote digitaler Bereitstellung - am liebsten ohne sich selbst um Fragen der Finanzierung und rechtliche Rahmenbedingungen kümmern zu müssen. Als AutorInnen hingegen scheuen sie die Publikation in Open-Access-Modellen, die genau dies ermöglichen würden, sei es aus Unkenntnis, aus Sorge ums Renommee, oder aus Kostengründen.

Das Projekt OGeSoMo bringt AutorInnen mit ihrer Bibliothek und ihren VerlegerInnen ins Gespräch: Wir erheben, analysieren und vergleichen Verkaufs- und Nutzungszahlen von Publikationen im Open- und Closed-Access, wir fördern das Publizieren mit Open-Access-Modellen über Kooperationen mit Verlagen und im universitären Repositorium, geleitet von folgenden Fragen: Wie können die veranschlagten Preise transparent und realistisch kalkuliert werden? Wie unterscheiden sich die verschiedenen Verlage in ihren OA-Angeboten, wer bezahlt? Brechen die Verkaufszahlen bei gleichzeitiger Verfügbarkeit einer kostenlosen digitalen Ausgabe ein? Wir untersuchen den Zugriff und die Verarbeitung digital und gedruckt publizierter Fachliteratur am Beispiel der Germanistik und entwickeln beispielhafte Lehr-Lern-Szenarien, die dokumentieren, welche innovativen Möglichkeiten Open-Access-Publikationen für die digital gestützte Lehre bieten.

In Kooperation mit Verlagen entwickelt das Projekt Publikationsmodelle und Awareness-Maßnahmen, die die Potenziale und Rahmenbedingungen des Open-Access-Publizierens für AutorInnen transparent und verständlich machen.

Die Projektergebnisse werden in Handreichungen und Workshops zunächst innerhalb der Hochschulen der Universitätsallianz Ruhr verbreitet, um das Wissen über Open Access zu vertiefen und gleichzeitig ein auf andere Hochschulen übertragbares Aufklärungskonzept zu testen. Zum Projektende dokumentieren ein Workshop und Publikationen die Ergebnisse.