Barrieren und Kompensationsstrategien: Fachexterne Kommunikation mittels Leichter Sprache

Christiane Maaß/Isabel Rink
14.09.2018, 13.15 Uhr-14.00 Uhr, S06 XX, Symposium IX

Texte stellen Barrieren dar, wenn sie an die jeweilige Adressatenschaft Anforderungen stellen, die deren Rezeptionsprofil nicht entsprechen (Schubert 2016, Rink i.V.). Dies umso mehr, je fachlicher die Prägung der Texte ist. Exemplarisch sind hier Texte der juristisch-administrativen Kommunikation (Rink 2016, Lutz 2015, Kercher 2013) wie etwa das sprichwörtliche Schreiben vom Amt. Diese Texte sperren sich regelmäßig gegen die Rezeption durch einen großen Teil der Adressatenschaft mit und ohne Beeinträchtigungen. Die Gesetzeslage gemäß BGG neu (BGG neu; s. auch die Begründung des Gesetzesentwurfs durch das BMAS) erfordert nun eine Textpraxis, die auch eine Adressatenschaft mit Beeinträchtigungen zur Teilhabe ohne die Hilfe Dritter befähigt. Leichte Sprache hat sich hier als ein wichtiges Instrument erwiesen (s. Bock 2015, Bredel/Maaß 2016).

In unserem Beitrag werden wir die unterschiedlichen Barrieretypen vorstellen, die Texte, insbesondere der juristisch-administrativen Kommunikation, für die Adressatenschaft darstellen. In der Folge werden wir dann typische Kompensationsstrategien vorstellen, die den Zugang zu den Inhalten ermöglichen, und die dem Konzept Leichter Sprache inhärent sind.

Literatur
BOCK, Bettina M. (2015): Anschluss ermöglichen und die Vermittlungsaufgabe ernst nehmen. 5 Thesen zur Leichten Sprache. In: Didaktik Deutsch, 20, Heft 38, 9-17.

BREDEL, Ursula/MAAß, Christiane (2016): Leichte Sprache. Theoretische Grundlagen. Orientierung für die Praxis. Berlin: Dudenverlag.

BUNDESMINISTERIUM FÜR ARBEIT UND SOZIALES (2016a): Behindertengleichstellungsgesetz des Bundes. <https://www.gesetze-im-internet.de/bgg/> (Verifizierungsdatum: 13.2.2018)

BUNDESMINISTERIUM FÜR ARBEIT UND SOZIALES (2016b): Kabinett beschließt Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsgesetzes.

<http://www.bmas.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2016/gesetzesentwurf-weiterentwicklung-behindertengleichstellungsrecht.html> (Verifizierungsdatum: 13.2.2018)

KERCHER, JAN (2013): Verstehen und Verständlichkeit von Politikersprache. Verbale Bedeutungsvermittlung zwischen Politikern und Bürgern. Wiesbaden: Springer VS.

LUTZ, Benedikt (2015): Verständlichkeitsforschung transdisziplinär. Plädoyer für eine anwenderfreundliche Wissensgesellschaft. Wien: Vienna University Press.

RINK, Isabel (i.V.): „Kommunikationsbarrieren“. In: MAAß, Christiane / RINK, Isabel (Hg.): Handbuch barrierefreie Kommunikation. Berlin: Frank & Timme.

RINK, Isabel (2016): „Zur Übersetzung juristischer Fachtexte in Leichte Sprache am Beispiel des

Pilotprojekts ‚Leichte Sprache in der Niedersächsischen Justiz.‘“ In: MÄLZER, Nathalie (Hg.): Barrierefreie Kommunikation – Perspektiven aus Theorie und Praxis. Berlin: Frank & Timme, 257-273.

SCHUBERT, Klaus (2016): „Barriereabbau durch optimierte Kommunikatinsmittel: Versuch einer Systematisierung.“ In: MÄLZER, Nathalie (Hg.): Barrierefreie Kommunikation – Perspektiven aus Theorie und Praxis. Berlin: Frank & Timme, 15-33.