"Alexa, wie siehst du die Zukunft der Radionachrichten?"

Ines Bose/Dietz Schwiesau
14.09.2018, 14.00 Uhr-14.45 Uhr, S06 XX, Symposium VI

Die Nachrichtenarbeit im Hörfunk hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert, auch die Sicht auf die Nachrichten und das Radio selbst.

  • Nachrichtenproduktion: Seit Anfang der 90er Jahre löst die digitale Hörfunktechnik die Bandmaschinen ab und verändert die Audioproduktion grundlegend. Inzwischen beginnen Computer, Nachrichten zu schreiben und zu sprechen. In vielen Redaktionen gibt es keine klassischen Nachrichtensprecherinnen und -sprecher mehr.
  • Nachrichtenempfang: Es gibt inzwischen eine Fülle von Geräten – Fernseher, Computer, Tablets, Smartphones oder Smartspeaker. Die nächste große Erfindung wird das Radio zum Skippen sein; das ist der Abschied von der linearen Radionutzung. Das Skippen wird auch das Nachrichtenhören revolutionieren. Aus einem Sender für alle werden tausende Sender für viele.
  • Nachrichtkonzept: Neue Nachrichtenquellen, Plattformen, Übertragungswege und Endgeräte vervielfachen das Nachrichtenangebot. Nachrichten sind für viele Nutzer nicht mehr nur die journalistisch aufbereiteten Informationen, sondern auch Texte, Bilder, Videos bei YouTube, Snapchat, Instagram oder WhatsApp. Journalistische Qualitätskriterien wie Glaubwürdigkeit der Quelle spielen bei der Nutzung nur eine untergeordnete Rolle.
  • Massenmedium Radio: Nachrichten-Journalismus wird mehr und mehr Echtzeitjournalismus. Die schnellsten Nachrichten sind heute nicht mehr die Radionachrichten, sondern die Pushes von SPON, Tagesschau und Resi. Streamingdienste und Podcasts, zu denen auch Nachrichtenangebote gehören, werden beliebter. Nachrichten sind jederzeit und überall verfügbar, neue Technik vervielfacht das Nachrichtenangebot und vereinfacht den Zugriff.

Hat das Radio als Massenmedium eine Zukunft in der digitalen Welt? Welche Herausforderungen stellen sich für die Nachrichten im Radio?

Im Beitrag werden aktuelle Befragungen von Nachrichten-Chefs und -Redakteur/inn/en aus öffentlich-rechtlichen deutschen Radiosendern zur Zukunft der Radionachrichten ausgewertet: Um sich behaupten zu können, muss sich das Radio verändern, unabhängig vom künftigen Verbreitungsweg. Es muss für viele Menschen schnell und einfach nutzbar sein und relevant bleiben. Radio kann überleben, wenn es lineare, nicht lineare und interaktive Angebote miteinander verknüpft. Radiosender müssen sich zu multimedialen Marken entwickeln.